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Informationssicherheit im kleinen Unternehmen: in 90 Tagen von der Excel-Liste zu prüfbaren Nachweisen

Ihr wichtigster Kunde schickt einen Sicherheitsfragebogen. Ihr Versicherer will vor der Verlängerung wissen, wie Sie Backups und Zugänge absichern. Oder Sie möchten sich nach ISO/IEC 27001 zertifizieren lassen. In allen drei Fällen lautet die Frage: Können Sie zeigen, was Sie tun?

Complass: Gap-Analyse mit Umsetzungsstand
Inhalt
  1. Was „Nachweis“ bedeutet
  2. Tage 1 bis 30: Grundlage schaffen
  3. Tage 31 bis 60: Maßnahmen planen und beginnen
  4. Tage 61 bis 90: Nachweise und Überprüfung
  5. Was ein kleines Unternehmen am Anfang weglassen kann
  6. Excel oder Software: ein ehrlicher Vergleich
  7. So unterstützt Complass
  8. Ihr 90-Tage-Plan
  9. Checkliste
  10. Weiterlesen

Dieser Leitfaden richtet sich an Unternehmen mit etwa 10 bis 50 Mitarbeitenden, an Praxen und kleine Dienstleister. Er beschreibt einen Weg in drei Abschnitten zu je 30 Tagen. Die 90 Tage sind eine Methode, kein Versprechen: Wie lange es bei Ihnen dauert, hängt von Ausgangslage, Umfang und verfügbarer Zeit ab.

Kleine Unternehmen brauchen dieselben Nachweise, nicht denselben Aufwand.

Was „Nachweis“ bedeutet

Ein Kunde oder Auditor will keine Ordner voller Dokumente sehen. Er will verstehen, dass Sie Informationssicherheit steuern. Dazu gehören sechs Bausteine:

  1. Leitlinie: ein kurzes Dokument, in dem die Geschäftsführung festlegt, was Sicherheit für Ihr Unternehmen bedeutet.
  2. Verantwortlichkeiten: wer zuständig ist, wer vertritt, wer entscheidet.
  3. Risikobewertung: was schiefgehen kann, wie wahrscheinlich es ist und was es kosten würde.
  4. Umgesetzte Maßnahmen: was Sie gegen diese Risiken tun.
  5. Nachweise: Belege, dass die Maßnahmen wirklich umgesetzt sind.
  6. Überprüfung: ein fester Termin, an dem Sie das Ganze ansehen und verbessern.

Fehlt einer dieser Bausteine, merkt das ein erfahrener Prüfer schnell.

Tage 1 bis 30: Grundlage schaffen

Geltungsbereich festlegen. Entscheiden Sie, was zum Projekt gehört: das ganze Unternehmen, ein Standort, ein Produkt oder eine Dienstleistung. Für den Anfang reicht oft der Bereich, nach dem Ihr Kunde fragt.

Verantwortliche Person benennen. Eine Person treibt das Projekt voran und berichtet an die Geschäftsführung. In kleinen Unternehmen ist das häufig die IT-Leitung oder die Geschäftsführung selbst.

Betroffenheit klären. Prüfen Sie, ob Gesetze wie NIS2 für Sie gelten oder ob vor allem Kunden Nachweise verlangen. Der kostenlose Betroffenheits-Check gibt in wenigen Minuten eine erste Einschätzung.

Ein Regelwerk wählen. Starten Sie mit genau einem Regelwerk, meist ISO/IEC 27001 oder dem, das Ihr Kunde verlangt. Weitere Regelwerke kommen später dazu; viele Maßnahmen zählen dann mehrfach.

Gap-Analyse. Gehen Sie die Anforderungen des Regelwerks durch und markieren Sie für jede: umgesetzt, teilweise, offen oder nicht zutreffend. Ehrlich, nicht wohlwollend. Das Ergebnis ist Ihr Ausgangspunkt.

Tage 31 bis 60: Maßnahmen planen und beginnen

Maßnahmenplan aufstellen. Machen Sie aus jeder Lücke eine Maßnahme mit Verantwortlichem und Termin. Ordnen Sie nach Risiko: MFA für Fernzugriff und ein getestetes Backup sind meist wichtiger als ein perfektes Dokumentenverzeichnis.

Vorlagen anpassen. Sie müssen Leitlinie, Zugangsregelung oder Notfallplan nicht neu erfinden. Nehmen Sie Vorlagen und passen Sie sie an Ihr Unternehmen an. Ein kurzes Dokument, das stimmt, ist besser als ein langes, das niemand liest.

Erste Risiken bewerten. Beginnen Sie mit zehn bis zwanzig Risiken, die Sie wirklich beschäftigen: Ausfall eines zentralen Systems, Ransomware, Verlust eines Laptops, ein ausfallender Dienstleister. Bewerten Sie Eintritt und Auswirkung und verknüpfen Sie jedes Risiko mit den Maßnahmen, die es senken.

Tage 61 bis 90: Nachweise und Überprüfung

Nachweise sammeln. Für jede umgesetzte Maßnahme brauchen Sie etwas, das Sie zeigen können: einen Screenshot der MFA-Einstellung, das Protokoll eines Wiederherstellungstests, eine Teilnehmerliste der Schulung. Legen Sie den Nachweis direkt bei der Maßnahme ab, mit Datum.

Management-Review. Die Geschäftsführung sieht sich Stand, offene Punkte und Risiken an und entscheidet über das weitere Vorgehen. Halten Sie Ergebnis und Entscheidungen schriftlich fest.

Interne Prüfung. Jemand, der die Maßnahmen nicht selbst umgesetzt hat, prüft stichprobenartig: Stimmt der Nachweis? Ist er aktuell? Das kann eine Kollegin aus einem anderen Bereich oder ein externer Berater sein.

Export für Kunde oder Auditor. Stellen Sie den Stand so zusammen, dass ein Dritter ihn ohne Ihre Erklärung versteht: Geltungsbereich, Leitlinie, Risikobewertung, Maßnahmen mit Status und Nachweisen.

Nachweise schlagen Dokumente: Jede Maßnahme braucht etwas, das Sie zeigen können.

Was ein kleines Unternehmen am Anfang weglassen kann

Weglassen oder verschieben können Sie:

  • ein zweites oder drittes Regelwerk
  • ausführliche Prozessbeschreibungen für Abläufe, die zwei Personen betreffen
  • eine eigene Software für jede Teilaufgabe
  • ein Kennzahlensystem mit Dutzenden Werten

Nicht weglassen sollten Sie:

  • MFA für Fernzugriff, E-Mail und Administration
  • ein Backup, dessen Wiederherstellung Sie getestet haben
  • geregelte Zugänge, auch beim Austritt von Mitarbeitenden
  • einen einfachen Ablauf für Sicherheitsvorfälle: wer meldet, wer entscheidet, wen Sie anrufen
  • eine kurze jährliche Schulung für alle

Excel oder Software: ein ehrlicher Vergleich

Eine Tabelle reicht, solange eine Person alles pflegt, ein Regelwerk gilt und niemand nach dem Stand von vor sechs Monaten fragt.

Sie stößt an Grenzen, wenn:

  • mehrere Personen Maßnahmen umsetzen und gleichzeitig in derselben Datei arbeiten,
  • Nachweise Versionen haben und Sie zeigen müssen, welcher Stand wann galt,
  • Audits sich wiederholen und Sie jedes Jahr dieselben Unterlagen neu zusammensuchen,
  • ein zweites Regelwerk dazukommt und Sie Maßnahmen doppelt pflegen,
  • ein Kunde oder Auditor Zugriff auf ausgewählte Nachweise braucht, aber nicht auf alles.

Was ein Projekt mit eigenem Personal, mit Beratung oder mit Software ungefähr kostet, können Sie mit dem kostenlosen Compliance-Kostenrechner für Ihre Lage durchrechnen.

So unterstützt Complass

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung je Regelwerk: mit Erklärungen, Checklisten und Dokumentvorlagen, die Sie anpassen.
  • Gap-Analyse und Maßnahmenplan: Lücken erkennen, Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen steuern.
  • Risikoregister: Risiken bewerten und mit Maßnahmen verknüpfen.
  • Nachweise bei der Maßnahme: Belege dort ablegen, wo ein Prüfer sie sucht.
  • Audit-Export: ein verschlüsseltes Paket mit Prüfsummen für Kunde oder Auditor.
  • Zeitlich begrenzter Auditorenzugang: Ihr Auditor sieht nur die Projekte, die Sie festlegen, und nur bis zum Ablaufdatum. Was er geöffnet hat, sehen Sie im Protokoll.
  • MFA für jede Person und Hosting in Deutschland.

Das Paket Start enthält ein Regelwerk und passt zum Einstieg. Für Arzt- und Zahnarztpraxen gibt es das Paket Praxis. Sie können Complass 14 Tage testen, ohne Zahlungsdaten.

14 Tage testen Demo anfragen

Ihr 90-Tage-Plan

ZeitraumAufgabeErgebnis
Tage 1–30Geltungsbereich, verantwortliche Person, Betroffenheit, ein RegelwerkProjektauftrag der Geschäftsführung
Tage 1–30Gap-Analyse gegen das RegelwerkListe: umgesetzt, teilweise, offen
Tage 31–60Maßnahmenplan nach RisikoMaßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen
Tage 31–60Vorlagen anpassen, Leitlinie verabschiedenLeitlinie und Kernregelungen
Tage 31–60Erste Risiken bewertenRisikoregister mit 10 bis 20 Einträgen
Tage 61–90Nachweise je MaßnahmeBelege mit Datum
Tage 61–90Management-Review, interne PrüfungProtokoll mit Entscheidungen
Tage 61–90Export für Kunde oder AuditorPrüfbares Paket

Checkliste

  • Geltungsbereich ist festgelegt und schriftlich festgehalten.
  • Eine verantwortliche Person ist benannt.
  • Ein Regelwerk ist gewählt, die Gap-Analyse ist abgeschlossen.
  • Jede Lücke hat eine Maßnahme mit Verantwortlichem und Termin.
  • Die Geschäftsführung hat die Leitlinie verabschiedet.
  • Die wichtigsten Risiken sind bewertet und mit Maßnahmen verknüpft.
  • MFA, getestetes Backup, Zugangsregelung und Vorfallablauf sind umgesetzt.
  • Jede umgesetzte Maßnahme hat einen Nachweis mit Datum.
  • Management-Review und interne Prüfung sind dokumentiert.
  • Der nächste Review-Termin steht im Kalender.

Weiterlesen

Keine Rechtsberatung. Dieser Leitfaden gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt nicht die Prüfung im Einzelfall.